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Das hast du bestimmt auch schon erlebt: Du willst nie wieder deinen Schlüssel suchen. Ab heute soll er immer an derselben Stelle liegen. Aber es klappt einfach nicht. Es braucht unendlich viele Anläufe, bis du es tatsächlich schaffst, ihn nicht einfach irgendwo liegen zu lassen. Die Macht der Gewohnheit. Darum geht es in diesem Beitrag. Ich erzähle, wie mich die Macht der Gewohnheit lange davon abgehalten hat, das zu tun, was ich eigentlich im tiefsten meines Herzens tun wollte: Ein Buch schreiben.

Die Wochen nach meinem letzten Ironman waren einfach nur genial. Ich genoss meine freie Zeit, traf mich andauernd mit Freundinnen und Freunden, ging ins Kino, ins Theater, ging feiern, tanzen, trinken und essen. Das hatte mich schon immer am Triathlonsport gestört: Ich habe viel Zeit mit Training und wenig Zeit mit Freundinnen verbracht. Mit solchen, die nicht vom Sport kommen und andere interessante Dinge zu bieten haben. Jetzt war ich also zufrieden. Erstmal. Aber ich war doch im Laufen gerade so gut in Form! Also dachte ich: „Ach, da mache ich nicht groß Pause. Ich bleibe am Ball.“ Ich ging weiterhin fast jeden Tag ein bis zwei Stunden laufen – das war ja sehr wenig im Vergleich mit dem Zeitaufwand, den ich vorher hatte. Es fühlte sich so an wie Aufhören mit dem Leistungssport. War es aber nicht. Ich merkte gar nicht, dass ich im Prinzip weitermachte wie bisher, nur ohne Schwimmen und Radfahren. „Den Berlin-Marathon nimmst du nochmal mit. Das ist ja kein Triathlon“, sagte ich mir, bekam auch einen Startplatz und meldete mich gleich auch noch zum Hannover-Marathon. „Wenn du schon mal im Training bist, dann nimmst du den auch noch mit.“ Dann fing ich wieder an mit Intervall- und Tempotraining und schrieb mir einen Trainingsplan. Was ich übersehen hatte: Marathon ist nichts anderes als ein abgespeckter Ironman. Und Schmerzen bringt dir ein Marathon auch. Und zwar nicht zu wenig! Wenn der Marathon eine insgesamt freudvolle Erfahrung werden soll, dann musst du dafür etwas tun. Ich war also wieder drin in der Trainingsfalle: Ein zu enger Zeitplan, zu viel Qual, zu wenig soziale Kontakte. Zu viel zu. Und vor allen Dingen: Keine Zeit, mein Buch zu schreiben!

Manchmal ist es einfach so, dass du den Absprung nicht alleine schaffst. Mir haben am Ende andere Menschen, äußere Bedingungen und eine gute Geschichte dabei geholfen, das zu tun, was ich wirklich tun will. Aber vorher kamen noch ein paar Rückschläge. Darüber schreibe ich in den nächsten Beiträgen.

Welche Gewohnheiten halten dich davon ab, das zu tun, was du eigentlich tun willst?

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