Nach vier Nächten im Sweet Life zieht es mich weiter. Erst hatte ich noch überlegt, die verbleibenden zwei Nächte auf den Koh Phi Phi Inseln zu verbringen – besser bekannt als die Inseln, auf denen „The Beach“ mit Leonardo di Capris gedreht wurde. Seitdem überschwemmen tausende Touristen Koh Phi Phi, genauso schwimmt in regelmäßigen Rhythmen Müll an die Strände. Die laute Partymeile ist berüchtigt. Schon beim Aussprechen des Namens rümpft ein Großteil der Rucksackgemeinde die Nase und lässt die Insel links liegen. Im Hostel gibt aber auch Stimmen, die sagen, man könne sich Unterkünfte weiter weg von der Partymeile suchen, die Strände seien wirklich umwerfend, das Wasser kristallglasblau. Und es gibt dort weder Autos noch Motorroller. Von weitem, vom Speedboat aus, das dort Zwischenstopp gemacht hat auf dem Weg von Phuket nach Koh Lanta, sah die Insel in meinen Augen wirklich traumhaft schön aus. Ich bin erst noch unentschlossen, denn mein Drang möglichst viel zu sehen ist enorm und Koh Phi Phi liegt direkt auf dem Weg. Es ist aber dann auch so, dass „möglichst viel sehen“ nicht unbedingt heißt, an möglichst vielen verschiedenen Orten zu sein. Es kann ja auch heißen, einen Ort aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Und so mache ich es mit Koh Lanta, vor allem auch, weil Angie ähnliche Gedanken hat. Unabhängig voneinander haben wir die Idee, auf der anderen Seite, im Westen, direkt am Strand zu wohnen. Und unabhängig voneinander haben wir von Bee Bee Bungalows bei Travelicia gelesen, einer uns sehr sympathischen Reisebloggerin. Woanders lese ich, der „echte“ Backpacker müsse auf Koh Lanta einfach dort in den kleinen Bambushütten am Strand von Klong Khong Beach wohnen. Es sei sehr „basic“ dort, kein Komfort, gute „Vibes“. Es gibt keine Zufälle. Es soll so sein, dass Angie und ich dieses Stück der Reise zusammen gehen und auf Koh Lanta bleiben.

Das bestellte Taxi ist ein Tuk-Tuk, der Vater des eigentlich für uns vorgesehenen Fahrers fährt, er hat keinen Führerschein. Fährt deshalb nur Moped und Tuk-Tuk. Beladen mit Angie, mir und den Rucksäcken fährt es ungefähr 20 km/h, gefühlt 10 km/h. Maryan macht ein Abschiedsfoto: Sie ist hochschwanger. Ich frage mich, wann des Baby kommt.

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